Veröffentlicht in Allgemein

Ach, die Welt ist so geräumig …

…, und der Kopf ist so beschränkt!  Grenzbetrachtungen.

Die Farbe Lila und Wilhelm Busch.

Was hat die Farbe lila mit Wilhelm Busch und Grenzbetrachtungen zu tun? Nun, dazu Folgendes:   Der von mir sehr geschätzte Blog von Antje Mauch one photo a day nennt für jeden Monat eine bestimmte Farbe und lädt die Leserschaft ein, mitzumachen. Für Mai wurden die Farben LILA* bzw. VIOLETT* gelost.

Gerne wollte ich mitmachen,  so überlegte ich, wie mein Beitrag dazu aussehen könnte. Auf der Suche nach violetten oder lila „Dingen“ wurde ich schnell fündig: ein lila Fächer, der lila Bademantel, ein violettes T-Shirt, ein violetter Becher, die violette Haarklammer, ein lila Schal – aber waren das die Dinge, über die ich einen Beitrag machen wollte? Nein, waren sie nicht.

Also hab ich den Gedanken, bei diesem Monatsmotto mitzumachen, vorerst auf Eis gelegt. Viele, viele Tage später stieß ich beim beim Kramen in meiner Malmappe auf ein Aquarell, welches relativ viel Lila aufweist und beim Betrachten des Bildes fiel mir ein Gedicht von Wilhelm Busch ein. HEUREKA! (Des Weiteren fiel mir auf, dass ich auf dem Bild keine Schatten gemalt hatte; aber das ist ein anderes Thema – C.G. Jung lässt grüßen … 😆 )


Hier das Bild und eine Zeile aus dem Gedicht:

hinter-jedem-neuen

 

Und hier das ganze Gedicht:

Beschränkt

Halt dein Rößlein nur im Zügel,
Kommst ja doch nicht allzuweit.
Hinter jedem neuen Hügel
Dehnt sich die Unendlichkeit.

Nenne niemand dumm und säumig,
Der das Nächste recht bedenkt.
Ach, die Welt ist so geräumig,
Und der Kopf ist so beschränkt.

(Wilhelm Busch, 1832 -1908)


Und nun zu den Grenzbetrachtungen:

„Hinter jedem neuen Hügel dehnt sich die Unendlichkeit.“

Der Hügel –  eine (Sicht-)Grenze – eine Beschränkung – eine Hürde – ein Schutzwall?

Hinter dem Hügel (sinnbildlich für: Beschränkung/Grenze) liegen weitere (Denk-,/Spiel-,/Gestaltungs-,) Erfahrungsräume. Das mag durchaus fröhlich stimmen, wenn wir danach trachten, uns zu entfalten und auszudehnen. Andererseits ist es das Ungewisse, welches hinter dem Hügel/der Grenze wartet, und die Angst zu handeln, zu verändern,  sich zu entfalten, schürt. Wobei: der schlechteste Begleiter auf der Wanderschaft über die Hügel heißt ANGST. Der beste: VERTRAUEN. Vertrauen in das Leben, Vertrauen in sich, Gottvertrauen.

Die folgenden 3 (Gegensatz-)paare lohnt es sich einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, um so eine kleine Orientierungshilfe für den Lebensweg zu haben.

Wie ist meine Situation/meine Haltung zu:

  1. Beschränkung/Ausdehnung
  2. Stehenbleiben/Weitergehen
  3. Angst/Vertrauen

 

Impulsfragen:

  • Welche Grenzen empfinde ich als Beschränkung?
  • Wer hat diese gesetzt?
  • Welche möchte ich überschreiten?
  • Was hindert mich daran?
  • Welche Grenz(räume) bieten mir Schutz?
  • Welche habe ich noch nicht gesetzt, um mich zu schützen?
  • Warum nicht?
  • Welche überschreite ich (und dringe damit vielleicht in den Schutzraum anderer ein)?
  • Stehenbleiben: Wovor habe ich Angst?
  • Weitergehen: Wie ist es um mein Vertrauen bestellt?
  • Gehe ich meinen eigenen Weg? Welcher ist das?
  • Welche Farben säumen meinen Weg? Welche sind nicht vorhanden?

 

*LILA/VIOLETT – Verschmelzung der Farben Rot und Blau:

Farbsymbolik: psychische Stärke, Transformation, Übersinnlichkeit, Trauer, Verlust

noch mehr Informationen über Violett/lila hier bzw. hier

***

Alles Gute und bis bald!

 

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Autor:

Österreich. *** Reflexionen zu Leben & Alltag: Persönlichkeit, Leben in Balance, Selbstmanagement, Gesundheit, Weisheitsgedanken, Kreativität, Lebensfreude.

3 Kommentare zu „Ach, die Welt ist so geräumig …

  1. Einen wunderbaren Beitrag hast Du zu meinem Monatsmotto erstellt. Ich Danke Dir sehr und stimme gern Wilhelm Busch bei seinen Gedanken zu. Herrlich!!! 💜💜💜
    Einen schönen Tag wünsche ich dir.
    Liebe Grüße Antje
    P.S. Morgen gibts dann schon ein neues Monatsmotto und ich hoffe, Du bist auch da wieder dabei

    Gefällt 1 Person

  2. Ich finde besonders Deine Impulsfragen gut. Ich finde es schön, ab und an dabei stillzustehen, was gerade die selbst gesetzte oder von anderen oder dem Leben gemachte Grenze ist. Und wie jede/r mit der realen oder erlebten Begrenzung umgeht. Ich fand an dem Auszug aus dem Gedicht gut, dass die Grenze da ist: der Hügel Aber allein die Erwartung/Hoffnung und das Vertrauen, dass es hinter dem Hügelmehr, etwa unendlich viel mehr, gibt, fand ich in deinem Beispiel sehr ansprechend. Mir war Busch im weiteren Text (wie immer;) ) zu moralisch. Aber dieser eine Moment vor dem Hügel und die Erwartung der Unendlichkeit hinter dem Hügel -> das fand ich ein schönes und dynamisches Bild. Es ist nicht unbedingt ein lila Hügel für mich, da ich lila mit Weisheit, Macht und kath.Kirche verbinde 🙂 In deinem Bild ist es aber eher die Farbe „Lavendel“ und wer einmal im Leben ein Lavendelfeld gesehen hat, wird sich bei dem Aquarell das gut vorstellen können.

    Gefällt 1 Person

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