Veröffentlicht in Allgemein, Persönlichkeit, Reflexion

Der Fächer

Der Fächer und die Wut

Ein kurzer gedankenverlorener Rundumblick  und da sticht mir der Fächer ins Auge. Ich nehme ihn zur Hand und während ich mir ein kühles Lüftchen zufächle, fällt mir plötzlich der Spruch „sein Mütchen kühlen“ ein .

Sein Mütchen kühlen

Sein Mütchen kühlen. Wütend sein, einen erregten Gemütszustand haben. Wut ist eine Emotion, die an unglaublich viel Energie gekoppelt ist: der Blutdruck steigt, es werden vermehrt Hormone ausgeschüttet, die Herzfrequenz erhöht sich, das Blut gerät in Wallung, Hitze durchströmt den Körper …

Türenknallen,  Schreiarien, Stinkefinger …

Wut ist eine Basisemotion, ein Gefühl, das zum Leben gehört. Wut an sich ist kein Verhalten (dies wäre Aggression), sie erfüllt eine wichtige Funktion (Grenzen aufzeigen „bis hierher und weiter nicht“ – vgl. hierzu  Kastner, Heidi: „Wut- Plädoyer für ein verpöntes Gefühl“).

Ohne hier näher auf die verschiedenen Aspekte der Wut eingehen zu wollen, interessiere ich mich doch sehr dafür, welche Möglichkeiten es gibt, erfolgreich „sein Mütchen“ zu kühlen, also seine Gefühlausbrüche im Zaum zu halten, bevor es zur Eskalation kommt.

Auf  folgende Vorschläge bin ich gestoßen:

  • Ärger rechtzeitig verbalisieren
  • rechtzeitig Fluchtwege schaffen
  • der Wut „davonlaufen“ (Sport)
  • bewusst tief durchatmen
  • (Laut)  Musik hören
  • ein deutliches STOPP!

 

Dalai Lama – Emotionen

Emotionen gehören zu unserem Leben. Sich seiner Emotionen bewusst zu werden, ist hilfreich beim Entwickeln von Strategien im Umgang mit (belastenden) Emotionen.

 

Das Projekt des Dalai Lama „Atlas der Emotionen“ soll helfen zu verstehen, wie Emotionen unser Leben beeinflussen (weitere Info: hier)

Hier der screenshot:

Atlas-der-Emotionen

Leider sind die hier aufgezeigten Bewältigungsstrategien zu beispielsweise „Anger Antidotes“ (Gegenmittel für Wutanfälle) sehr allgemein gehalten, also keine konkrete Anleitung erwarten (ist auch gar nicht möglich, weil Wut so individuell ist wie der Mensch an sich.) Nichtsdestotrotz scheint es von Vorteil, sich der Emotionen bewusst zu werden:

Emotion und Motivation sind sprachlich ganz eng miteinander verknüpft: Sie haben denselben lateinischen Wortstamm: (ex)movere = (heraus)bewegen; Emotion: etwas in mir regt sich, bewegt sich, wühlt mich auf. Motivation: etwas treibt mich an, etwas in Bewegung zu versetzen. Interessant ist vor allem dieses „Etwas“. Was konkret ist das?

Insofern ist auch Wut eine Emotion, die mich zu irgendetwas antreibt, etwas/mich in Bewegung versetzt … sie kann zerstörerisch wirken, muss es aber nicht, wenn ich mir dessen bewusst bin. Dann kann diese Energie kanalisiert werden; bewusstes Wahrnehmen, Benennen, (Re-)agieren  sind in diesem Falle hilfreich, um die Kraft dieser (negativen?) Emotion zu transformieren …

 

Fragwürdig:

  • Was macht mich wütend?
  • Welches Reaktionsmuster bezüglich Wut habe ich?
  • Was kann ich ändern, damit meine Wut nicht eskaliert?
  • Womit kann ich am besten „mein Mütchen kühlen?“

*****

 

Zum vertiefenden Weiterlesen:

https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/

(Bodily maps of emotions):

https://www.pnas.org/content/pnas/early/2013/12/26/1321664111.full.pdf

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/03/koerper-psyche-gefuehle-gesundheit


So und jetzt mache ich einen großen Bogen zum Anfang dieses Beitrags: Mich hat zu diesem ein Fächer inspiriert. Was inspiriert dich zu deinen Blogbeiträgen? Schreib mir gerne im Kommentar.

Alles Gute und bis bald!

 

 

 

 

 

 

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Autor:

Österreich. *** Reflexionen zu Leben & Alltag: Persönlichkeit, Leben in Balance, Selbstmanagement, Gesundheit, Weisheitsgedanken, Kreativität, Lebensfreude.

4 Kommentare zu „Der Fächer

  1. Das einzige, was Wut auslöst, ist die Dissoziation der Persönlichkeit, da die emotionale Kontrolle verloren geht. Ihre Empfehlungen sind die genauesten, da wir uns damit bekämpfen können, bevor sie in unserem täglichen Leben Verwüstungen verursacht. Ein hervorragender Artikel, der lesenswert ist, bis er gut erlernt ist.

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  2. Ich mag deinen Bericht sehr. Den Ausdruck kannte ich noch nicht – und finde ihn famos: die Stimmung selbst abkühlen. Wir sind selbst verantwortlich. Was gerade passiert oder der/die Andere auch sagt, die Emotion ist erst mal nur in uns selbst. Ich finde Wut gut denn oft ist sie sehr berechtigt. Aber sie bindet auch: so lange ich wütend bin, reagiere ich auf das, was mich reizte, und bin damit mit dem Reiz verbunden. Distanziere ich mich, gewinne ich wieder etwas Freiheit, unabhängig von dem Reiz meine Umwelt und mich zu beobachten. Daher ist das Mütchen kühlen gut finde ich. Am meisten hilft das Atmen oder den Ort kurz innerlich oder physisch verlassen, um erst einmal zu schauen, was der Trigger war. Evolutionsbedingt geht das nicht immer da wir vielleicht gerade dem Anderen lieber erst den Schädel einschlagen wollen, aber in unserem Zeitalter können wir uns ja selbst etwas regulieren – ab und an. 😉 Und mein letzter Gedanke war die Assoziation mit dem alten Film „Anger Managment“.

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