Veröffentlicht in Allgemein, Reflexion, weise Worte

Erinnern und vergessen

Immer wieder einmal hole ich gerne meine Fotokiste heraus und schaue mir die Bilder an.

Gefühle kommen hoch, freudige, auch traurige, wehmütige.

Honoré de Balzac soll gemeint haben:

Die Erinnerungen verschönern das Leben, aber das Vergessen allein macht es erträglich.

 

Ist Vergessen denn überhaupt möglich? Ja, muss wohl so sein. Denn es gibt ja eine Krankheit, die durch das Vergessen gekennzeichnet ist. Demenz.

Es kommt mir hierbei in den Sinn, dass Vergessen an und für sich tatsächlich etwas Tröstliches an sich hat, da es die Verhaftung mit der Vergangenheit löst. Allerdings verlieren Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind auch lebenswichtige Fähigkeiten und somit kann allein das Vergessen wohl nicht jener Umstand sein, der das Leben erträglich macht.

 

Ein anderer Spruch, angeblich aus Japan:

Das Gedächtnis des Weisen ist ein Sieb, das nur die schönen Stunden zurückhält.

 

Vielleicht ist es gerade das: die Balance zwischen erinnern und vergessen, die uns hilft, nicht zwischen den beiden Extrempositionen aufgerieben zu werden. Überhaupt halte ich das bewusste Streben nach Ausgleich, nach Annäherung zur Mitte, nach Gleichgewicht von Yin und Yang für eine gute Sache.

Wie denkst du darüber?

Alles Gute und bis bald!

Beate

 

Autor:

Österreich. *** Reflexionen zu Leben & Alltag: Persönlichkeit, Leben in Balance, Selbstmanagement, Gesundheit, Weisheitsgedanken, Kreativität, Lebensfreude.

7 Kommentare zu „Erinnern und vergessen

  1. Dein Beitrag ist toll. Ich denke, wenn demente Menschen sogar sich selbst, nicht nur andere und anderes vergessen, dann ist alles hinfällig, nichts ist für das Umfeld mehr erträglich. demente Menschen kennen keine Vergangenheit, keine Gegenwart und keine Zukunft.
    Liebe Grüße
    Edith

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Edith,
      danke für das Lesen und Kommentieren dieses Beitrages.
      Zum Thema Demenz (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) findet sich hier ein sehr interessanter Bericht einer Tochter über ihre demenzkranke Mutter: https://ethik-heute.org/demenz-nur-die-gegenwart-zaehlt/
      “ … Denn es gibt nicht nur keine Vergangenheit mehr, sondern auch keine Zukunft. Demenzkranke im fortgeschrittenen Stadium können nicht denken, vorausschauen, verändern und gestalten. Und sind in gewisser Weise auch dem Moment ausgeliefert, sie stecken in der Gegenwart fest, die ein Durcheinander von Impulsen ist.“ (Zitat aus obiger Webseite)
      Herzlichen Gruß,
      Beate

      Gefällt 2 Personen

      1. Liebe Beate, ja, sie stecken in der Gegenwart fest, jedoch nicht bewusst. Es ist eine Gegenwart, die keine ist. Ich kannte das nur zu gut. Nicht jeder demente Kranke empfindet dies gleich.
        Hab Dank für deine Antwort.
        Liebe Grüße
        Edith

        Gefällt 1 Person

  2. Meine Zeit in Singapur ist in 3 Wochen vorbei und der Abschied nicht leicht. Ich werde die Zeit hier wohl nicht vergessen. Danach geht mit dem Forschungsthema Demenz weiter. Ich hoffe ich kann das Thema Raum dort mit einbringen. Es gibt übrigens ein interessantes Buch zum Thema Vergessen von einem Prof in den Niederlanden (Das Buch des Vergessens, Douwe Draaisma)

    Gefällt 1 Person

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